3010 Morgenröte im Aufgang - Hommage à Jacob Böhme

Morgenröte im Aufgang - Hommage à Jakob Böhme

Max Hopp, Jan Karthäuer, Ronald Steckel, Klaus Weingarten

Verlag: absolut medien
Bestell-Nr.: 3010
ISBN: 973 3 518 13539 6

15,00 €

Kaum eine Figur steht so singulär zwischen den Epochen wie der große »Ungleichzeitige« Jacob Böhme (1575-1624). Während Galilei, Francis Bacon und Descartes die modernen Naturwissenschaften und den Rationalismus begründeten, schuf der Schuhmacher aus Görlitz – trotz Schreibverbot und Verfolgung als Ketzer – die bedeutendsten Schriften der deutschen Mystik. Seine visionäre christliche Theosophie beeinflusste die Philosophen des Deutschen Idealismus sowie Romantiker wie Novalis und fasziniert bis heute.

»Dergleichen ward seit Heraklit nicht mehr gehört.« Ernst Bloch

Hermann Hesse schrieb über Böhme, die Lektüre seiner Texte erfordere »ein vorübergehendes ›Leerwerden‹, eine völlig freie Aufmerksamkeit und Seelenstille«. Der Aufgabe, diese Haltung zu erzeugen, stellen sich die Filmemacher um Ronald Steckel in diesem einzigartigen Film, in dem die Ideen und die bildgewaltige Sprache des »ersten deutschen Philosophen« (Hegel) die Hauptrolle spielen.

Biographie JACOB BÖHME

Jacob Böhme, ein Zeitgenosse Shakespeares, Keplers und Giordano Brunos, wurde 1575 in Altseidenberg bei Görlitz als Sohn einer Bauern­familie geboren und lebte als Schuhmacher und Garnhändler in Görlitz an der Neiße – zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine blühende protestanti­sche Handelsstadt auf der Via Regia.

Nach einer Folge von geistigen Durchbruchs- und Erleuchtungserfahrungen verfasste er 1612 als sprachmächtiger Autodidakt das Buch MOR­GENRÖTE IM AUFGANG, ein Memorial sei­ner Visionen und ein grandioser Entwurf der Naturphilosophie und der christlichen Theosophie, der einen radikalen Bruch mit kirch­licher Autorität bedeutete und die Erkenntnis- und Willensfreiheit des Menschen in den Mittelpunkt stellte.

Durch einen Zufall geriet eine Abschrift der in Freundeskreisen kursierenden MOR­GENRÖTE in die Hände der lutherischen Kirchenleitung der Stadt Görlitz. Böhme wur­de kurzzeitig inhaftiert, man erteilte dem Autor Schreibverbot und klagte ihn öffentlich der Ketzerei an, konnte aber nicht verhindern, dass er in den politisch unabhängigen und geistig aufgeschlossenen Kreisen des niederschlesischen Adels bekannt wurde.

Dort betrachtete man ihn als Propheten und liess ihm jede erdenkliche Unterstützung zukommen. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er, trotz andauernder Verfolgung durch die lutherische Obrigkeit der Stadt Görlitz, immer wieder als Gast auf verschie­denen Landsitzen des niederschlesischen Adels, vor allem mit der Niederschrift seines umfangreichen Werkes beschäftigt. Noch zu Lebzeiten wurden die Schriften des Philo­sophus Teutonicus in weiten Teilen Europas bekannt, vor allem in Holland, England und Russland.

Jacob Böhmes früher Tod am 16. November 1624 wurde für die kirchliche Obrigkeit der Stadt Görlitz zum Politikum. Noch auf dem Sterbebett wurde Böhme einem Glaubens­verhör unterzogen; man verweigerte ihm ein christliches Begräbnis und sein Grab auf dem Görlitzer Nicolai-Friedhof wurde wenige Tage später von Unbekannten verwüstet.